Lust auf Farbe: Tipps zum Modernisieren

Grün als Farbe der Natur und des Lebens wird eine beruhigende und zugleich erfrischende Wirkung auf Auge und Seele zugeschrieben. “Nehmse Jrün, det hebt!” – so rät der Berliner und liegt damit fast immer richtig.Wenn Grün in Alt-Berlin noch als cool und modern galt, findet diese Farbe heute universellen Einsatz in Wohnzimmern und Essbereichen. Besonders gut eignet sich ein Grünton in Zusammenstellung mit natürlichem Holz bei den Möbeln. Wir geben Tipps für einen Tapetenwechsel und aktuelle Einrichtungstrends für ein gemütliches Zuhause.

Harmonie wird ganz groß geschrieben
Die aktuellen Wohntrends setzen nicht auf schrill oder bunt. Dezent und natürlich ist in. So bevorzugen Wohndesigner aktuell Werte wie Harmonie, Wärme und Intimität. Trendsucher machten, zum Beispiel auf der Konsumgütermesse “Ambiente” in Frankfurt am Main im Frühjahr 2014, den Wunsch nach einem entspannten Wohnklima aus. Dem kommt auch ein anderer Wohntrend entgegen. Die Design Natur setzt auf Pastelltöne. Eine neue Leichtigkeit des Seins soll durch Töne von Taupe, Violett, Pfirsich und Hautfarben bis zu Grau, Sand, Weiß und Schwarz entstehen. Flankiert wird diese Farbgebung durch den Einsatz von Naturstein, Holz oder einer Rückbesinnung auf das Naturmaterial Kork.

Was ist Ihre persönliche Lieblingsfarbe?
Die meisten von uns haben klare Vorstellungen über die Farben, die sie umgeben sollen. Fast jede Farbe kann für jemanden eine Lieblingsfarbe sein. Die eine ist in das kräftige Gelb des Sonnenaufgangs verliebt. Ein anderer könnte auch im Alltag im Blau der Ozeane versinken – Farben beeinflussen das Gemüt, die Stimmung, das Wohnklima. Wo ein entspanntes, harmonisches und beruhigendes Wohnumfeld geschaffen werden soll, raten Farb-Fachleute zur Ton-in-Ton-Kombination von Farben. Helle Pastellvariationen oder sanfte Abstufungen innerhalb eines Farbtons sorgen fast immer für wohltuend-entspanntes Leben in den eigenen vier Wänden.

Was soll der Raum bieten?
Stets sollte die Farbwahl auf den eigenen Lebensstil abgestimmt sein. Bei der Auswahl vor der Renovierung können Sie unter anderem diese Fragen beantworten: Was soll die Wohnung sein? Ein Ruheort: Dann empfehlen sich sanfte Farben und Grüntöne. Oder wird in diesem Haus viel gefeiert? Für das richtige Party-Feeling für einen selbst und die Gäste sorgen warme, leuchtende, gern auch dramatische Farben.
Ist die Wohnung Arbeitsort und ein Hort der Kreativität? Dann sollte man zu den Lieblingsfarben greifen und Mut zu ungewöhnlichen Kombinationen wagen. Ein Platz zur Entspannung, zum Beispiel eine Ecke für die Yoga-Praxis daheim? Helle und neutrale Farben befördern die Sinnsuche und innere Einkehr. Oder wohnt hier eine lebendige Familie? Dan raten die Farbexperten zu warmen Farben im Wohnbereich und zu kühleren in den private Rückzugsräumen, zum Beispiel im Schlafbereich.

Nicht nur bei den Farbtönen, auch beim Material – alles natürlich
Hat man sich für harmonische und natürliche Töne bei der Farbwahl entschieden, ist es nur logisch, auch bei der Farbe selbst auf Natürlichkeit zu setzen. Im einfachsten Fall bestehen die Farben, die an die Wand kommen aus einem Bindemittel, einem Lösungsmittel – am besten Wasser und Farbpigmenten, wie etwa Kreide. In Wandfarben verbindet der Kleister die Pigmente und sorgt dafür, dass sie auf dem Malgrund haften. Das Wasser löst den Kleister, damit die Farbe überhaupt verstrichen werden kann. Bei Wandfarbe werden durch das Bindemittel sehr viele Pigmente miteinander und mit der Wand “verklebt”.

Auf Siegel und Inhaltsstoffe achten
Lacke hingegen lassen eine meist glänzende, glatte und durchgängige Oberfläche entstehen. Klarlack ist nichts anderes als pures Bindemittel ohne Pigmente. Moderne Lackfarben setzen sich aus viel mehr verschiedenen Komponenten zusammen, als geleimte Wandfarben. Darunter sind, neben den Pigmenten und Füllstoffen, auch leicht flüchtige Lösungsmittel. Giftige Pigmente wie beispielsweise Blei (weiß) oder Arsen (Schweinfurter Grün), Kupfer (Blau) oder gar Quecksilber für Zinnoberrot sind heute aus den handelsüblichen Farben verschwunden. Doch nicht immer sind wirklich alle Inhaltsstoffe auf dem Etikett der Farbbüchse vermerkt.

Alles “Bio”? Worauf Sie achten sollten
Am besten ist es natürlich, wenn die gewählten Farben neben dem passenden Ton ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen bestehen. Das können das Wachs von Bienen oder Pflanzen sein, auch natürliche Harze oder pflanzliche Öle. Und schließlich mineralische Pigmente, wie die erwähnte Kreide oder andere Farbstoffe, von denen kaum eine Gefahr für die Gesundheit ausgeht. Doch leider sind Schlagwörter wie “Naturfarbe” und “Bio-Farbe” nicht so streng definiert wie es zum Beispiel im Lebensmittelbereich der Fall ist. Daher werben klassische Chemiefabriken oft mit natürlichen Inhaltsstoffen, obwohl nur ein sehr geringer Anteil in den Farben enthalten ist. Es empfiehlt sich also, auf Naturfarben zurückzugreifen, die von einem Hersteller kommen, der sich auf natürliche Roh- und Inhaltsstoffe konzentriert und sie auf seinen Farben auch deklariert.

Gesunde Gute-Laune-Farben
Fällt die Wahl auf gesiegelte oder überprüfte Anstiche, steht dem Mut zur Farbe nichts mehr im Wege. Rot stimuliert sogar den Stoffwechsel und das vegetative Nervensystem. Blau, als Farbe des Himmels und des Meeres, sorgt für Ausgeglichenheit und inneren, wie äußeren Frieden. Violett gilt als mystisch und magisch. Grün “hebt” und gibt Hoffnung und Harmonie, während Gelb die Gute-Laune-Farbe schlechthin ist.

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