Glossar

Hier erklären wir einige Begriffe aus der Welt der Naturfarben.

Beizen

Das Beizen ist eine Methode, Holz zu färben, ohne die natürliche Holzstruktur zu verändern oder zu verdecken. Man unterscheidet zwei Verfahren: Beim Farbstoffbeizen werden lösliche Farbstoffe oder Pigmente in einer geeigneten Lösung – auf Wasser- oder Alkoholbasis – auf die Holzoberfläche gebracht, die in das Holz einziehen. Beim chemischen Beizen reagiert dagegen das Beizmittel mit den Gerbstoffen im Holz. Durch Beizen lassen sich unterschiedliche Wirkungen erzielen: Der natürliche Farbton oder die Maserung können betont werden. Es ist aber auch möglich, Unterschiede im Holz anzugleichen oder den Farbton zu ändern. Da das Holz durch Beizen nicht versiegelt wird, empfiehlt es sich – nach dem vollständigen Trocknen der Beize – Lack, Wachs oder Holzöl zum Schutz vor Schmutz und Feuchtigkeit aufzutragen.

Bindemittel

Bindemittel sind die eigentlichen Filmbildner, die beim Streichen für die Entstehung des Lackfilms zuständig sind. Das möglichst farblose, transparente und meist dickflüssige Bindemittel “trägt” Pigmente und Füllstoffe. Je nach Bindemitteltyp lässt es sich mit Wasser oder Lösemitteln verdünnen. Zur Herstellung von Anstrichmitteln werden organische Bindemittel – wie beispielsweise pflanzliche Öle, modifizierte pflanzliche Harze (Baumharze) oder auch Kunstharze wie Acryl-, Epoxid- oder Alcydharze – verwendet. Für farbige Lacke oder Lasuren kommen sogenannte Netzmittel zum Einsatz, damit sich die Farbpigmente mit dem Bindemittel verbinden. Sie trocknen je nach Bindemittelart oxidativ, durch die Aufnahme von Sauerstoff. Anorganische Bindemittel, wie gebrannter Kalk, Zement oder Wasserglas, werden für Silikatfarben und für Wandmalerein eingesetzt. Sie härten erst durch die Aufnahme von Kohlendioxid aus der Luft oder durch die Zugabe von Wasser aus.

Bei den organischen Bindemitteln wird zwischen Naturstoffen, abgewandelten Naturstoffen und Kunststoffen unterschieden. Zu den Naturstoffen zählen pflanzliche und tierische Leime (wie etwa Stärke oder Gelatine), pflanzliche Öle (zum Bespiel Leinöl) und Harze (beispielsweise modifiziertes Kolophonium oder Schellack). Während Leime wasserlöslich sind und durch Verdunstung des Wassers erhärten, geschieht dies bei den Ölen durch Aufnahme von Sauerstoff. Weil Öle relativ lange zum Durchhärten brauchen, werden ölgebundenen Anstrichen häufig auch zusätzliche Trockenstoffe beigemengt.

Um Anstrichmittel besonders wetterbeständig, schlagregendicht oder wasserabweisend zu machen, kommen zumeist Kunststoffe wie Siliconharz oder Acrylat in Form einer Dispersion oder Lösung als Bindemittel zum Einsatz. Zur verbesserten Witterungsbeständigkeit werden Kunst- und Acrylharze auch mit Urethanharzen kombiniert.

Bienenwachs

Bienenwachs, das Ausscheidungsprodukt der Honigbienen, wird schon seit alters her von Menschen als Konservierungsmittel benutzt. Die Gewinnung ist außerordentlich mühsam, denn 30.000 Bienen benötigen 50 Tage, um rund 270 Gramm Wachs zu erzeugen.

Bienenwachs wird heute in der wohngesunden Gestaltung wieder sehr gerne zur Veredlung von Holzoberflächen eingesetzt. Es erzeugt seidig glänzende Oberflächen. Zu den weiteren Vorteilen dieses vollkommen natürlichen Materials zählen die Atmungsaktivität und die Vermeidung von statischer Aufladung.

Carnaubawachs

Carnaubawachs wird von den Blättern einer südamerikanischen Palmenart gewonnen. Es ist stark wasserabweisend und härter als Bienenwachs. Deshalb wird es gerne in Kombination damit, insbesondere für Fußbodenwachse, eingesetzt. Es findet sich auch in Überzugsmitteln der Pharma- und Süßwarenindustrie sowie in hochwertigen Autopolituren.

Citrusterpene

Citrusterpene sind die in den Schalen von Citrusfrüchten enthaltenen ätherischen Öle. Diese werden sorgfältig destilliert und ergeben aromatisch riechende Lösemittel von hohem Lösevermögen. Menschen mit einer Citrusallergie sollten während der Verarbeitung von citrusterpenhaltigen Anstrichmitteln nicht anwesend sein. Nach der Durchtrocknung sind keine Citrusterpene mehr im Anstrichfilm enthalten.

Dammarharz

Dammar ist ein sehr helles und vergilbungsbeständiges Harz, welches in Indonesien, Malaysia usw. gewonnen wird. Es stammt aus dem Tropenwald und wird durch Wildsammlung gewonnen. Es erlaubt somit eine nachhaltige, weil zerstörungsfreie Nutzung der Regenwälder und stellt eine wichtige Einnahmequelle der einheimischen Bevölkerung dar und ist damit der ideale Zusatz für nachhaltige Naturfarben. Dammar wird bevorzugt in Weißlacken, Heizkörperlacken und Wandfarben und so weiter eingesetzt.

EU Richtlinie 2004/42/EG

Die EU Richtlinie 2004/42/EG über die Reduzierung von Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) wurde 2004 durch die Lösemittelhaltige Farben- und Lackverordnung (ChemVOCFarbV) in nationales Recht umgesetzt. Die Verordnung regelt:

– die Verbote über das Inverkehrbringen von Produkten, deren VOC-Gehalt die zulässigen Grenzwerte überschreitet,

– Ausnahmeregelungen für bestimmte gebrauchsfertige Produkte, die für bestimmte Tätigkeiten oder in bestimmten Anlagen eingesetzt werden,

– Kennzeichnungspflichten,

– Übergangsfristen für bereits hergestellte Stoffe und Gemische.

Seit Ende 2010 ist die vorgeschriebene Senkung der zulässigen Grenzwerte für den VOC-Höchstgehalt von Farben und Lacken abgeschlossen und die Übergangsfristen sind abgelaufen. Damit gelten die Grenzwerte entsprechend den Vorgaben des Anhangs II der ChemVOCFarbV:

– Lacke und Farben, die die vorgeschriebenen Grenzwerte überschreiten, dürfen seit dem 1. Januar 2011 nicht mehr in den Verkehr gebracht, nicht für die Abgabe an Dritte bereitgestellt werden und müssen aus dem Sortiment entfernt werden.

– Wer entgegen der ChemVOCFarbV vorsätzlich oder fahrlässig Produkte nicht oder nicht vollständig etikettiert, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit Geldbußen bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann.

Firnis

In der Malerei versteht man unter Firnis einen letzten, transparenten Überzug, der das Gemälde schützen soll. Im Holzschutz kommt vor allem Leinölfirnis zum Einsatz. Zur Herstellung wird zunächst reines Leinöl mehrmals gekocht und gefiltert. Anschließend werden Trockenstoffe, sogenannte Sikkative, zugegeben, damit der Firnis schneller aushärtet. Leinölfirnis ist eine vielseitig einsetzbare Grundierung für den Innen- und Außenbereich. Er ist auch als haftvermittelnder Anstrich auf Naturstein, Metall oder Kork einsetzbar und trocknet in der Regel innerhalb von 24 Stunden soweit, dass eine Weiterverarbeitung möglich ist. Leinölfirnis ist wasserabweisend, atmungsaktiv und betont auf Holz die charakteristische Holzfarbe und die Maserung. Als alleiniger Anstrich im Außenbereich oder zur Grundierung maßhaltiger Bauteile wie Fenster und Türen, die anschließend einen offenporigen Anstrich erhalten sollen, ist Leinölfirnis nicht geeignet.

Qualitätsunterschiede gibt es allen in der Reinheit des Leinöls. Nicht genügen gefilterte Firnisse sorgen für eine sehr langsame Trocknung.

Flüchtige organische Verbindungen (VOC)

Unter der Bezeichnung “Flüchtige organische Verbindungen” (VOC) werden dampf- und gasförmige Stoffe organischen Ursprungs zusammengefasst. Die englische Abkürzung VOC steht für “Volatile Organic Compounds”. Zu den VOC gehören beispielsweise Alkohole, Aldehyde, Kohlenwasserstoffe und organische Säuren. VOC natürlichen Ursprungs können durch Pflanzenstoffwechsel-, Abbau- und Fäulnisprozesse entstehen. Weitere Quellen sind die Abgase des Kraftverkehrs und technische Verbrennungsprozesse. Zu den häufigsten VOC-Quellen in Innenräumen zählen zum Beispiel Wand-, Fußboden- und Deckenmaterialien, Lacke, Farben und Klebstoffe sowie Möbel und Dekomaterialien. Bedeutsam sind zudem auch Tabakrauch wowie Pflege- und Reinigungsprodukte. Aber auch bei der Nahrungsmittelzubereitung und durch den menschlichen Stoffwechsel können VOC entstehen.

Bedenklich sind vor allem VOC die sogenannte Aromaten enthalten, da diese extrem gesundheitsschädlich sein können. Normalerweise sind einzelne VOC-Konzentrationen sehr gering und von ihnen gehen kaum oder keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen aus. Nach Bau- und Renovierungsmaßnahmen sowie bei unsachgemäßer Verarbeitung lösemittelhaltiger Produkte können die die Aromaten-Konzentrationen allerdinfs gesundheitliche Beeinträchtigungen – wie beispielswese Infektionen, Atemwegsbeschwerden, Allergien, Juckreiz, Hauterkrankungen, Müdigkeit und Kopfschmerzen – auslösen. Zudem stehen VOC im Verdacht, krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Wirkungen zu haben.

Grundieröl

Grundieröl wird als Vorbehandlung für rohe und unbehandelte Hölzer, Putz und andere mineralische Untergründe verwendet. Es wird auch Halböl genannt, weil es zu gleichen Teilen aus Öl und Verdünnung besteht. Grundieröl dringt tief ein und verleiht dem Untergrund eine hohe Beständigkeit gegen Feuchtigkeit, ohne seine Diffussionsfähigkeit zu beeinträchtigen. Auf die Maserung von Hölzern wirkt Grundieröl belebend, während der Farbton anderer Untergründe etwas dunkler werden kann. Die Grundierung mineralischer Untergründe wirkt zudem verfestigend und vermindert ihre Saugfähigkeit.

Hartöl

Hartöle sind Holzöle, die zumeist mit Naturharzen, Lösemitteln und Trockenstoffen angereichert sind. Dadurch trocknen sie recht hart auf und sind leicht schichtbildend, so dass sie auch mit einem Lappen aufpoliert werden können. Hartöl wird als atmungsaktive und wasserabweisende Grundbehandlung für stärker strapazierte Holzoberflächen – wie zum Beispiel unbehandelte Holzfußböden – im Innenbereich eingesetzt. Es kann aber auch auf mechanisch nicht stark belasteten Oberflächen als Schlussbehandlung verwendet werden. Zudem eignet es sich zur Grundierung von unbehandelten Korkfußböden und zum Einlassen von unglasierten Tonfliesen.

Leider gibt es inzwischen aber auch Produkte, die als Holzöl oder Hart-Öl ausgewiesen werden, aber zum Größten Teil aus Acryldispersion bestehen mit einem kleinen Zusatz an Öl. Da es in Der EU keine Vorgaben für die Bezeichnung Holz-Öl gibt kann es also sein, das ein Holz-Öl kein Öl enthält und nur aus verdünntem Wasser-Lack besteht.

Holzöl

Das chinesische Holzöl – oder auch als Tungöl bekannt – wird aus den Nüssen des chinesischen Tungbaums gewonnen. Dieses kostbare Öl hat eine außerordentliche Trockenkraft und fördert in der Kombination mit Leinöl die Wasser- und Wetterbeständigkeit der daraus hergestellten Lacke und Lasuren – ideal also für Anstriche auf umweltfreundliche, wohngesunde Art. Holzöl wurde daher schon früher bevorzugt in Bootslacken verwendet.

Heute wird der Tungbaum vor allem in Argentinien und in China angebaut, wobei die südamerikanischen Öle die höchste Reinheit erreichen.

Holzöl wird in folgenden Formen eingesetzt: – als Holzöl – als Holzöl-Standöl (durch Kochen unter Luftabschluss eingedickt)

Holzschädlinge

Zu den Holzschädlingen zählen verschiedene Insekten- und Pilzarten. Der gefährlichste Pilz für verarbeitetes Holz ist der Hausschwamm, der in einigen Bundesländern sogar meldepflichtig ist. Pilze finden einen idealen Nährboden bei einer Holzfeuchte von über 15 Prozent und Temperaturen zwischen 15 und 30 Grad Celsius. Da Pilze kein Blattgrün entwickeln, brauchen sie für ihr Wachstum kein Sonnenlicht.

Bei den tierischen Holzschädlingen muss zwischen Insekten, die frisches oder trockenes Holz befallen, unterschieden werden. In unseren Breiten werden Bau-, Werk- und Möbelhölzer vor allem durch Käfer und Larven der Bock- und der Nagekäfer – im Volksmund auch Holzwurm – geschädigt. Für Importhölzer und einheimische Laubholzarten können aber auch Bohr- und Splintholzkäfer gefährlich werden. Während ihrer Entwicklung – vom Ei über die Larve und die Puppe bis hin zum fertigen Käfer – leben die Insekten zumeist über mehrere Jahre im Holz. Dabei wird das Holz ausschließlich von der Larve geschädigt, indem sie Gänge in das Holz frisst. Ein akuter Befall ist sehr gut an den kreisrunden kleinen Fraßlöchern und frischem Sägemehl zu erkennen.

Auch im maritimen Bereich lauern Holzschädlinge. Während biologische Ablagerungen an hölzernen Schiffsrümpfen – Fouling genannt – das Holz selbst meist nicht schädigen, können Bohrmuscheln wie etwa der Schiffsbohrwurm am Holz großen Schaden anrichten.

Holzwurm

Holz ist nicht nur ein beliebter Bau- und Werkstoff, es ist auch bei vielen Insekten beliebt. In Dachstuhlbalken, Dielen, Holzverkleidungen und Möbeln finden der Hausbock und der gemeine Nagekäfer, besser bekannt als Holzwurm, ideale Lebensbedingungen. Während der Hausbock Nadelholz bevorzugt und vorwiegend im Dachbereich zu finden ist, nistet sich der Nagekäfer – zu dessen Leibspeise Laub- und Nadelholz gleichermaßen gehören – bevorzugt in Dielen, Treppen oder Holzmöbeln ein. Die Insekten legen ihre Eier in den Spalten des Holzes ab. Sobald die Larven geschlüpft sind, beginnen sie, sich in das Holz zu bohren. Dort leben sie bis zu sechs Jahre lang und können in dieser Zeit das Holz mit einem umfangreichen Netz an Fraßgängen versehen. Diese Gänge verringern den Querschnitt des Holzes und vermindern seine Stabilität. Ein wichtiges Indiz für den akuten Insektenbefall sind frische Bohrmehlhäufchen und Fluglöcher. Der Hausbock macht auch durch hörbare Fraßgeräusche auf sich aufmerksam. Hilfreich ist auch der Klopftest, um den Schädlingen auf die Spur zu kommen: Häufig bleibt über den Fraßgängen nur eine dünne Schicht Holz übrig, so dass das Klopfen hohl klingt. Die Behandlung eines Befalls mit Hausbock oder Nagekäfer gehört in die Hand des Fachmanns.

Imprägnieröl

Imprägnieröl wird im Innen- und Außenbereich zum Grundieren von Holz vor weiteren Anstrichen mit Lacken und Lasuren verwendet. Als Imprägnierung, Wetterschutz und zur Farbauffrischung offenporiger, saugfähiger Hölzer – wie Jäger- und Lamellenzäune, Pergolen, Sichtblenden, Palisaden und Pfählen – kann das Öl im Freien eingesetzt werden. Es dringt tief in den Untergrund ein und verleiht dem Holz eine hohe Beständigkeit gegen Wassereinwirkung, so dass es auch im Innenbereich zur Grundierung von Fensterrahmen und Feuchtebereichen empfohlen wird. Imprägnieröl vertieft den Farbton und belebt die Maserung der Hölzer.

Kolophonium

Verschiedene Kiefernarten liefern ein klebriges Harzgemisch, das sogenannte Kiefernharzbalsam. Dieses wird durch “Lebendharzung” gewonnen. Zuerst wird die Baumrinde angeritzt, dann kann das austretende Harzbalsam aufgefangen werden.

Der Balsam wird destilliert und man erhält Balsamterpentinöl und Kolophonium. Das leicht klebrige Rohkolophonium wird auf verschiedenste Art weiterverarbeitet (Modifizierung, beispielsweise durch Verkochen mit Glycerin oder Kalk und Zink, Auspolimerisieren), um es als filmbildendes und Härte gebendes Harz in Lacken und Lasuren einsetzten zu können.

Kesseldruckimprägnierung

Die Kesseldruckimprägnierung ist ein Holzschutzverfahren, durch das dem Holz in einem Druckkessel zunächst durch ein Vakuum die Feuchtigkeit entzogen wird. Bei der anschließenden Druckphase wird eine Schutzflüssigkeit bis in den Splintanteil des Holzes gepresst. Durch die Kesseldruckimprägnierung wird das Holz dauerhaft gegen Pilz- und Insektenbefall sowie Moderfäule geschützt. Je nach Holzart und Verwendungszweck kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, wobei die Konzentration des Schutzmittels und die Dauer der Behandlung im Druckkessel entscheidend für die Haltbarkeit des Holzschutzes sind. Auch wenn bei diesem Verfahren chemische Stoffe verwendet werden, gelten kesseldruckimprägnierte Hölzer bei bestimmungsgemäßem Gebrauch als gesundheitlich unbedenklich, so dass sie auch im Bereich von Kinderspielplätzen eingesetzt werden können.

Leider können nur wenige farbige Lasuren auf dieser Oberfläche eingesetzt werden, um die kesseldruckimprägnierten Hölzer farbig zu gestalten. Hier sollte man vor dem Kauf darauf achten, das der Hersteller die Nutzung auf kesseldruckimpränierten Hölzern zuläßt. Ansonsten kann es zu Abplatzungen und Ablösungen der Farbe von diesen Hölzern kommen.

Lasuren

Lasuren sind nicht deckende Anstriche, die Hölzer im Innen- und Außenbereich schützen, ohne ihre Maserung zu überdecken. Unterschieden werden dünnschichtige, mittelschichtige und dickschichtige Lasuren. Dünnflüssige Lasuren dringen tief in das Holz ein und bilden nur einen sehr dünnen Film. Einige dieser Lasuren sind sogar als nachträglicher Schutz für kesseldruckimprägnierte Hölzer, wie Zäune und Sichtwände, geeignet. Dieses sollte aber auf dem Etikett ausdrücklich empfohlen werden, da die Verträglichkeit zwischen Lasur und den Salzen der Imprägnierung nicht immer gegeben ist.

Mittelschichtige Lasuren lassen weniger Feuchtigkeit durch als Dünnschichtlasuren, dringen aber tiefer in das Holz ein als Dickschichtlasuren. Sie kommen vor allem für begrenzt maßhaltige Bauteile wie Fensterläden und Gartenmöbel zum Einsatz. Das dickflüssige, filmbildende Material, das das Holz vor Feuchtigkeitsaufnahme schützt, ist dagegen ideal für maßhaltige Bauteile wie Fenster und Türen. Mit farbigen Lasuren können auch günstigere, helle Hölzer die Optik von Harthölzern annehmen, aber selbst reparierte Stellen lassen sich mit Lasuren ausgleichen oder alte Dielen wieder auffrischen.

Wachsen

Holzoberflächen lassen sich mit Wachs – zum Beispiel Bienen- oder Carnaubawachs – schützen, ohne sie zu versiegeln. Mit Wachs werden die Holzporen nicht verschlossen, so dass das Holz “atmen” kann. Holz zu wachsen, ist relativ einfach. Feste Wachse werden mit einem weichen, sauberen Tuch aufgetragen und eingerieben. Für flüssige Wachse, die es farblos und in transparenten Farbtönen gibt, verwendet man einen Tricot- oder Leinenballen. Nach dem zweiten Auftrag sollte das überschüssige Wachs abgenommen werden. Durch Einbürsten oder Nachpolieren mit einem weichen Tuch entsteht nach dem Trocknen bei beiden Methoden ein seidiger Glanz.

Wachs ist nicht wasserfest und hat auch nicht die Beständigkeit und Abriebfestigkeit von Lacken oder Lasuren. Dafür lassen sich gewachste Holzoberflächen aber sehr gut reparieren, das heißt kleinere Kratzer und Stellen können einfach abgeschliffen und korrigiert werden. Mit der Zeit stumpf werdende Flächen lassen sich zudem durch erneutes Wachsen ganz einfach wieder auffrischen.

Tipp: Antik-Wachs eignet sich besonders, um alte abgebeizte Möbel zu veredeln. Dazu wird das Material gleichmäßig dünn aufgetragen und nach der Trocknung mit einem weichen Tuch oder einer Bürste auf Seidenglanz poliert.

Leinöl

Leinöl ist ein durch Pressen von Leinsaat gewonnenes trocknendes Öl, das auch als Speiseöl oder zur Herstellung von Schmierseife Verwendung findet. Es ist einer der wichtigsten Grundstoffe in der Naturfarbenindustrie.

Leinöl ist ein lufttrocknendes Öl, welches über ein gutes Eindring- und Haftvermögen verfügt. Leinöl hat eine lange Tradition in der europäischen Farbenherstellung und wird auch heute noch als Grundstoff in klassischen Künstlerfarben eingesetzt. Seine hohe Resistenz gegen Versprödung zeigt sich an den gut erhaltenen Kunstwerken der alten Meister wie Rembrandt und van Gogh.

Leinöl wird in diesen Formen eingesetzt:

  • rohes Leinöl
  • gebleichtes Leinöl
  • Lackleinöl (besonders sorgfältig aufbereitet)
  • Leinölfirnis (gekocht und mit Trockenstoffen versetzt)
  • Leinöl-Standöl (durch Kochen unter Luftabschluss eingedickt)

Lösemittel

Lösemittel sind in Anstrichen, Klebstoffen, Abbeizmitteln und Verdünnern enthalten. Bei Farben und Lacken sorgen sie für deren Streich- und Sprühfähigkeit und machen eine gleichmäßige Verteilung des Anstrichs auf der Oberfläche erst möglich. Lösemittel verdunsten beim Trocknen, so dass sich ein gleichmäßiger Film bildet und sich die Farbe mit dem Untergrund verbindet. Je nach Anwendungsbereich können Farben und Lacke bis zu 70 Prozent Lösemittel enthalten. Während Wand- und Deckenfarben sowie Dispersionslacke wasserverdünnbar sind und damit ohne Lösemittel auskommen, ist der Lösemittelanteil bei Öl- und Alkydharzlacken oft nur auf etwa zehn Prozent reduziert. Hier kann man anhand des auf den Etiketten angegebenen VOC-Wert (VOC = flüchtige Lösungsmittel)feststellen, ob Öl- und Alkydlacke wirklich frei von Lösungsmitteln sind.

Zu den konventionellen Lösemitteln zählen Glykole, Xylol, Toluol, Aceton, Ester oder Testbenzin, die als gesundheitsgefährdend gelten, da Sie sogenannte “Aromaten” beinhalten. Bei der Herstellung von Naturfarben kommen nur aromatenfreie Lösemittel zum Einsatz. Die früher oft eingesetzten Citrus- und Orangen Terpene werden heute nicht mehr eingesetzt, da die EU diese natürlichen Lösungsmittel mit dem “Gift” Kennzeichen gebrandmarkt hat.

Mineralische Pigmente

Mineralische Pigmente sind nicht lösliche Farbmittel, die durch das Zermahlen von Mineralien gewonnen werden. Zu den Mineralpigmenten zählen Eisenglimmer, Eisenoxide, Titanweiß, Chromgelb, Malachit, Zinnober und Ultramarinblau, die heute auch industriell aus anorganischen Stoffen durch Oxidation, Fällung oder durch Erhitzen gewonnen werden. Die Färbeeigenschaften von mineralischen Pigmenten hängen von ihrem chemischen Aufbau, ihrer Kristallstruktur und der Größe der Teilchen ab, die idealerweise zwischen einem Fünfhundertstel und einem Zweitausendstel Millimeter liegt.

Naturharz

Naturharz oder natürliches Harz wird überwiegend von Bäumen gewonnen. Die klebrige, nicht wasserlösliche, zähe Flüssigkeit wird von den Bäumen nach Verletzungen ausgeschieden, um damit die Wunde zu schließen. Bei der Harzgewinnung, dem so genannten Harzen, wird die Baumrinde durch Anritzen verletzt und das austretende Harz in einem Behälter aufgefangen. Zu den bekanntesten natürlichen Harzprodukten zählt Kolophonium, das aus dem Harz von Fichten und Kiefern gewonnen und bei der Herstellung von Klebern und Kaugummi sowie als Bindemittel in Holzlasuren und -lacken oder in Wand- und Bootsfarben verwendet wird.

Naturharz, wie zum Beispiel Schellack, wird durch die Ausscheidung der Lackschildlaus gewonnen. Dieses natürliche Harz wird in Firnissen, Siegel- und Möbellacken sowie Polituren verwendet.

Fossile Baumharze wie Bernstein sollen von einer prähistorischen Koniferenart abstammen. Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde aus Bernstein noch Kolophonium für die Herstellung von Lacken gewonnen. Heute hat dieses Verfahren keine wirtschaftliche Bedeutung mehr.

Ölen

Das Ölen von Holz ist eine Methode, die schon seit Hunderten von Jahren angewandt wird, einfach auszuführen ist und schnell zu guten Ergebnissen führt. Mit dem Öl werden die Holzfasern der Oberfläche getränkt. Dabei bildet sich keine Schicht aus, so dass die Ursprünglichkeit des Holzes in Aussehen und Haptik weitgehend bewahrt wird. Holzöle lassen sich angenehmer verarbeiten als Lacke und Lasuren, denn von geöltem Holz gehen keine das Wohlbefinden beeinträchtigenden Stoffe aus. Die gebräuchlichsten Holzöle sind Leinöl, Walnussöl, Mohnöl, Safloröl und Tungöl, das auch chinesisches Holzöl genannt wird. Trägt man Öl auf Holz auf, härtet es durch die Reaktion mit Sauerstoff und Licht nach zwei bis zehn Wochen zähelastisch im Holz aus.

Damit das Öl tiefer in die Holzoberfläche einziehen kann, werden auch Lösemittel als Verdünnung eingesetzt. Die Hersteller von Naturfarben versuchen seit Jahren bei der Herstellung von Ölen auf Lösungsmittel zu verzichten. Dieses ist inzwischen auch sehr gut gelungen. Bei inhaltsreichen Harthölzern wie Eiche, Kastanie oder Teak ist man weiterhin auf Lösungsmittel angewiesen. Hier würden wasserbasierte Öle ein extrem lange Trocknungszeit von bis zu acht Wochen benötigen, die kein Anwender gewährleisten kann.

Da es in Der EU keine Vorgaben für die Bezeichnung Holz-Öl gibt, werden auch Produkte als Holz-Öl angeboten, die überhaupt kein Öl enthalten und nur aus verdünntem Wasser-Lack bestehen. Hier sollte man direkt den Herstellern nach den Inhaltsstoffen fragen.

Pflanzenöl

Pflanzenöle werden durch Auspressen und Extrahieren von Ölsaaten und -früchten gewonnen. Sie dienen als Nahrungsmittel (Brat- und Salatöl, Margarine), als Rohstoffe für Kosmetikprodukte, als Grundstoffe in der chemischen Industrie und werden bei der Herstellung von Ölfarben eingesetzt. Außerdem werden Pflanzenöle als Brennstoff für Öllampen oder bei der Herstellung von Biokraftstoffen genutzt.

Handelsübliche Pflanzenöle – wie Raps-, Oliven- oder Sonnenblumenöl – eignen sich nicht für den Holzschutz, weil sie oft nie oder nur schlecht aushärten und – ähnlich wie Butter – ranzig werden können. Pflanzenöle, die als Anstrichmittel oder Lack-Rohstoff eingesetzt werden sollen, sind meistens zu sogenannten Standölen verarbeitet.

Dieser Begriff “Standöl” kommt noch aus der Zeit, in der man besondere Pflanzenöle in einer Zinkwanne der UV-Strahlung der Sonne ausgesetzt hat und durch dieses “stehen in der Sonne” einen Rohstoff für die Herstellung von Lacken und Firnissen hergestellt hat.

Die gebräuchlichsten Pflanzenöle für den Holzschutz sind Leinöl, Tungöl, Safloröl, Sonnenblumenöl, Walnussöl und Mohnöl.

Pflanzenwachs

Pflanzenwachs oder vegetabilisches Wachs ist ein starres Pflanzenfett mit hohem Schmelzpunkt. Als schützender und pflegender Rohstoff für die Behandlung von Holzoberflächen werden vor allem Carnaubawachs und Candelillawachs eingesetzt. Pflanzenwachse erhöhen die Oberflächenbelastbarkeit von geölten Flächen, schützen das Holz vor Austrocknung und Farbverlust und erzeugen eine seidige, tastsymphatische Oberfläche.

– Carnaubawachs wird aus den Blättern der in Brasilien – auch kultiviert – wachsenden Carnaubapalme gewonnen. Es ist das härteste bekannte Pflanzenwachs und bleibt durch seinen sehr hohen Schmelzpunkt, der zwischen 80 und 87 Grad Celsius liegt, auch bei Sonneneinstrahlung und in geheizten Räumen stabil.

– Candelillawachs oder Candellinawachs wird aus den Blättern und Stängeln des im Norden Mexikos und im Südwesten der USA beheimateten Candelillabusches gewonnen. Mit einem Schmelzpunkt, der bei 84 Grad Celsius liegt, ist Candelillawachs härter als Bienenwachs und weicher als Carnaubawachs.

Pflegeöl oder Finishöl

Geölte Holzoberflächen haben eine zähelastische, wasserabweisende Schutzschicht, die – je nach Standort und Beanspruchung – ab und zu aufgefrischt werden sollte. Möbel, die nicht dem direkten Sonnenlicht oder einer Heizung ausgesetzt sind, brauchen nach etwa zwei Jahren einen neuen Ölauftrag. Arbeitsplatten und Tische, die täglich benutzt werden, sollten häufiger – das heißt ein- bis zweimal pro Jahr – frisch geölt werden. Zur regelmäßigen Nachpflege eignen sich Arbeitsplattenhartöl, Möbelöl oder Teaköl.

Selbstentzündungsgefahr

Auf den Etiketten von Holz-, Hart-, Arbeitsplatten- oder Hartwachs-Ölen findet sich stets der Sicherheitshinweis, dass mit Öl getränkte Lappen zur Selbstentzündung neigen und deshalb nach Gebrauch sofort gründlich ausgewaschen oder in luftdicht verschlossenen Gefäßen aufbewahrt oder entsorgt werden sollen.

Öle härten durch die Aufnahme von Luftsauerstoff aus. Das ist eine chemische Reaktion, bei der Wärme entsteht, die normalerweise an die Umgebung abgegeben wird und völlig ungefährlich ist. Diese Sauerstoffreaktion wird aufgrund der größeren Materialoberfläche bei den zur Verarbeitung benutzten Pads, Lappen oder Schwämmen aber wesentlich intensiver. So kann ein zusammengeknüllter Lappen oder ein Schwamm nur wenig Wärme abgeben und sich deshalb stärker aufheizen. Wird diese Wärme nicht abgeführt, kann es zunächst zu einer Rauchentwicklung und anschließend zur Entzündung kommen. Eine Selbstentzündung kann ohne entsprechende Vorsichtsmaßnahmen nach wenigen Stunden, aber auch noch nach einigen Tagen passieren.

Ölige Tücher und Lappen sollten daher niemals achtlos liegengelassen werden und während der Arbeit immer ausgebreitet ausgelegt werden. Sollte es dennoch zu einer Entzündung kommen, kann diese mit Wasser gelöscht werden. Nach der Arbeit sollten Lappen, Tücher, Schwämme oder Pads komplett mit Wasser durchnässt und anschließend im Freien getrocknet werden. So behandelt können sie nach dem Trocknen ohne Gefahr entsorgt werden. Alternativ können benutzte Lappen und Schwämme auch in einem luftdicht verschließbaren Gefäß vorübergehend gelagert werden.

Tungöl

Tungöl wird auch chinesisches Holzöl genannt. Es wird in Asien – vornehmlich in China und Japan – aus den Samen des Tung- oder Abrasinbaums und des Tungölbaums gewonnen. Tungöl reagiert mit Licht und Sauerstoff ähnlich wie Leinöl. Es trocknet aber schneller und bildet eine matte, relativ harte Oberfläche. Holzöl sollte möglichst dünn mit einem sauberen Lappen, Pinsel oder Ballen aufgetragen werden. Weil dickere Schichten beim Trocknen ein Eisblumenmuster bilden können, muss überschüssiges Öl unbedingt vor dem Festwerden aufgenommen werden.

Reines Tungöl wird heute nicht mehr angewendet, da die von den Naturfarbenherstellern angebotenen Mischungen deutlich positivere Eigenschaften haben als das reine Tungöl.

Tungöl zieht tief in das Holz ein und macht es mechanisch widerstandsfähig, wasserabweisend und witterungsbeständig. Es vertieft die Holzfarbe und erhöht den Kontrast der Maserung, wobei das Holz seine natürlichen optischen und haptischen Eigenschaften behält. Der Schutzanstrich bleibt auf Dauer elastisch und dunkelt kaum nach. Chinesisches Holzöl ist gleichermaßen geeignet für Möbel und Gartenmöbel, Holzfußböden, Drechsel- und Schnitzarbeiten sowie für Holzspielzeug und Holzboote. Es lässt sich leicht ausbessern und zur Auffrischung reicht zumeist ein erneuter Auftrag.

Tipp: Aufgrund seines typischen Schmalzgeruchs, der erst nach vollständiger Oxidation verschwindet, sollten Sie vor dem Einsatz von Tungöl in Wohnräumen die Geruchsentwicklung testen.

Vergrauung

Unbehandeltes Holz verändert mit der Zeit seine Farbe und seine Oberflächenstruktur. Verantwortlich für die sogenannte Vergrauung ist das Sonnenlicht im Zusammenspiel mit der Bewitterung des Holzes. Während die UV-Strahlung der Sonne das Lignin, einen der Hauptbestandteile des Holzes, abbaut, werden die wasserlöslichen, bräunlichen Abbauprodukte des Lignin durch Regen ausgewaschen, so dass am Ende das silbrig-weiße Zellulosegerüst des Holzes zurückbleibt. Die Vergrauung ist ein ganz natürlicher Verwitterungsprozess und betrifft alle unbehandelten Hölzer. Sind die Grundbedingungen eines konstruktiven Holzschutzes gewährleistet, wird die Stabilität des Holzes durch die silbrige Patina nicht beeinträchtigt.

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